Lean & Standardarbeit
Was ist ein Gemba Walk und warum ist er wichtig?
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Der Gemba Walk ist eines der einfachsten und wirksamsten Werkzeuge der schlanken Produktion. Er ist ein wesentlicher Bestandteil der Lean-Production-Philosophie. Sein Zweck ist es, Managern und Führungskräften zu ermöglichen, den tatsächlichen Arbeitsprozess zu beobachten, mit den Mitarbeitenden ins Gespräch zu kommen, Wissen über den Arbeitsprozess zu gewinnen und Möglichkeiten für kontinuierliche Verbesserung (KVP) auszuloten.
Was ist ein Gemba Walk?
Wörtlich übersetzt bedeutet der japanische Begriff „der tatsächliche Ort“. Er wird auch als „der Ort, an dem Wertschöpfung entsteht“ verstanden. In der Praxis von Lean und Six Sigma heißt das, sich die Zeit zu nehmen, zu beobachten, wie ein Prozess abläuft, und mit denen zu sprechen, die die Arbeit machen. Ein Gemba Walk bedeutet also, durch Ihr Unternehmen und Ihre Fertigung zu gehen, sich die Zeit zu nehmen, um zu sehen, wie Ihr Unternehmen funktioniert und wie Prozesse ablaufen, und ausführlich mit den Menschen und Teammitgliedern zu sprechen, die die Arbeit machen. Der Gemba Walk wird meist Taiichi Ohno zugeschrieben, der oft als Vater der Just-in-time-Produktion bei Toyota gilt.
Dieses Lean-Werkzeug hat 3 wichtige Elemente:
- Hingehen und hinsehen. Der Grundgedanke des Gemba Walks ist, dass Manager und Führungskräfte auf jeder Ebene regelmäßig durch die Fertigung gehen und sich daran beteiligen, verschwenderische Tätigkeiten zu finden.
- Nach dem Warum fragen. Das Hauptziel eines Gemba Walks ist es, den Wertstrom im Detail zu untersuchen und durch aktive Kommunikation seine problematischen Stellen zu finden. Eine gute Führungskraft hört immer lieber zu, als selbst zu reden. Hier können Sie Techniken wie die 5-Why-Methode nutzen, um problematische Stellen im Prozess zu ermitteln.
- Menschen respektieren. Denken Sie daran, dass ein Gemba Walk kein „Chefrundgang“ ist. Mit dem Finger auf Leute zu zeigen und ihnen die Schuld zu geben, ist genau das, was Sie nicht tun sollten. Sie sind nicht da, um zu urteilen und Ergebnisse zu bewerten. Sie sind da, um mit dem Team zusammenzuarbeiten und gemeinsam Probleme zu finden. Konzentrieren Sie sich darauf, die Schwachstellen des Prozesses zu finden, nicht die der Menschen.

Wie verbessern Sie Ihre Gemba Walks?
Schritt 1: Den Zweck des Gemba Walks festlegen
Bevor Sie zu einem Gemba Walk aufbrechen, müssen Sie festlegen, welchen Zweck er hat und welches Thema. Vielleicht suchen Sie nach Wegen, die Produktivität zu steigern, Kosten zu senken, Fehler zu reduzieren, den Fluss zu verbessern oder Verbesserungsideen zu fördern. Der Zweck muss Ihnen aber klar sein, sonst verlieren Sie sich in dem, was gerade in der Fertigung passiert, ohne klare Verbesserungen und Ergebnisse.
Schritt 2: Den Prozess verstehen, den Sie beobachten werden
Kennen Sie den Prozess, den Sie beobachten werden, nicht zumindest in groben Zügen, werden Sie die vorhandenen Möglichkeiten wahrscheinlich nicht vollständig erfassen. Stellen Sie also vor jedem Gemba Walk sicher, dass Sie verstehen, was Sie beobachten werden, damit Sie die nötige Unterstützung, Orientierung und Einsicht geben können.
Schritt 3: Einen Zeitpunkt für die Beobachtung festlegen
Beim Gemba Walk geht es um gegenseitigen Respekt und das gemeinsame Interesse, Prozesse schneller, sicherer, einfacher und schlicht besser zu machen. Es geht nicht darum, jemanden bei Fehlern zu ertappen. Ein fester Zeitpunkt sorgt dafür, dass das Team Bescheid weiß und die Teamleiter verfügbar sind, um ihren Teil zum Gemba Walk beizutragen.
Schritt 4: Dorthin gehen, wo die Arbeit stattfindet
Gemba bedeutet der Ort, an dem „Wertschöpfung entsteht“. Holen Sie die Teammitglieder also nicht ins Büro, damit sie Ihnen berichten. Sie müssen dorthin gehen, wo die Arbeit gemacht wird und wo der Wert entsteht. Ein Lean-Spruch, der oft Ohno zugeschrieben wird, bringt es so auf den Punkt: Eine Führungskraft sollte so oft in der Fertigung sein, dass sie sich mehrmals am Tag die Hände waschen muss.
Schritt 5: Den Prozess und die Qualität seines Ergebnisses beobachten
Während des Gemba Walks sollte der Fokus immer auf dem Prozess liegen und darauf, was ihn daran hindert, sein Ziel zu erreichen: den größtmöglichen Kundennutzen. Achten Sie beim Beobachten also auf die Eingangsgrößen des Prozesses und darauf, ob sie für ihren Zweck geeignet sind. Und wie wirken Prozess, Eingangsgrößen und Teams zusammen?
Schritt 6: Erkennen, wie der Prozess im Ist-Zustand läuft
Bevor Sie zu Lösungen oder Chancen springen, nehmen Sie sich Zeit zum Beobachten und verstehen Sie genau, wie der Ist-Zustand funktioniert. Läuft der Prozess wie erwartet, oder gibt es Verzögerungen, Nacharbeit, Unklarheiten, unnötige Bewegungen und Ähnliches?
Schritt 7: Die Lücke zwischen Idealzustand und tatsächlichem Ablauf sichtbar machen
Jetzt, da Sie den Ist-Zustand verstanden haben: Wie sieht der bestmögliche Idealzustand aus, und wo liegen die Lücken? Der Idealzustand muss kein perfekter Zukunftszustand sein, sondern ein erreichbarer Idealzustand (unter Berücksichtigung einer Reihe von Einschränkungen). Was Sie hier ermitteln wollen, ist die Lücke, die sich dann potenziell schließen lässt.
Schritt 8: Nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen, um die Lücke zu schließen
Wenn die Lücke zwischen Ist- und Idealzustand klar ist: Welche Maßnahmen können Team, Manager und Teamleiter ergreifen, um sie zu schließen? Sprechen Sie mit dem Team, diskutieren Sie Optionen und erstellen Sie einen dokumentierten Maßnahmenplan, um Verbesserungen voranzutreiben. Zeigt der Rundgang, dass die Arbeit tatsächlich anders gemacht wird als im dokumentierten Standard beschrieben, entscheiden Sie, was richtig ist, und aktualisieren Sie das andere, damit der nächste Rundgang von einer korrekten Ausgangsbasis startet.
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