Qualität & Compliance
Qualitätschecklisten: Was sie sind und wie Sie sie in der Fertigung einsetzen
· Aktualisiert am · 4 Min. Lesezeit

Eine Qualitätscheckliste ist eine Checkliste mit Informationen zu Maßnahmen der Qualitätssicherung. Die Angaben auf einer Checkliste zur Qualitätssicherung dienen als Leitfaden, um Qualitätssicherungsmaßnahmen zu bestimmen und zu planen. Prüfchecklisten in der Qualitätskontrolle erfüllen zwei Hauptzwecke: 1. Sie beschreiben die Qualitätsstandards und Produktanforderungen, die das Unternehmen erfüllen muss, und 2. sie liefern objektive Kriterien für die Prüfung des Produkts, damit es die Erwartungen des Kunden erfüllt.
Was sind Qualitätschecklisten?
Hersteller wollen oft wissen, wie sie ihre Produktanforderungen am besten klarstellen – sowohl gegenüber ihren Lieferanten als auch gegenüber der Qualitätssicherung, die ein Produkt prüft. Eine wirksame Checkliste für die Qualitätskontrolle erfüllt diesen Zweck meistens. Sie ist im Grunde ein schriftlicher Leitfaden zu Inhalt, Verpackung, Farbe, Barcodes, Aussehen, möglichen Fehlern, Funktionen und besonderen Anforderungen eines Produkts. Manchmal heißt sie auch „Prüfkriterienblatt“ oder Prüfcheckliste.
Checklisten für ähnliche Produkte haben oft gemeinsame Prüfkriterien. In der Regel hat aber jeder Artikel einige spezifische Anforderungen. Deshalb ist es wichtig, dass die Qualitätssicherung eine Checkliste für die Qualitätskontrolle auf die besonderen Anforderungen des jeweiligen Artikels zuschneidet. Wichtige Elemente, die Sie betrachten sollten:
- Produktanforderungen
- Verpackungsanforderungen
- Produkttests und Prüfungen vor Ort
- Fehlerklassifizierung
- Zusammenarbeit zwischen Hersteller, Lieferanten, Montagemitarbeitenden an der Linie und Qualitätsprüfer bei der Erstellung von Prüfchecklisten
Warum Qualitätschecklisten für jedes Fertigungsunternehmen ein Muss sind
Die Qualitätssicherung weiß, dass sie klare Produktanforderungen braucht, sonst riskiert sie, Artikel auszuliefern, die die Erwartungen der Kunden nicht erfüllen. Viele Fehler gehen auf eine Prüfung zurück, die ausgelassen, in einer anderen Schicht anders durchgeführt oder gegen einen veralteten Standard gemacht wurde. Qualitätsprüfungen in Abläufe einzubauen ist ein einfacher Weg, Werker zu unterstützen und die Qualität im Mittelpunkt der Produktion zu halten.
Wenn Sie diese Prüfungen mithilfe digitaler Formulare in Ihre Arbeitsanweisungen integrieren, können Mitarbeitende ihre Arbeit prüfen, während sie einem Ablauf folgen. So wird nicht nur sichergestellt, dass Qualitätsprüfungen regelmäßig stattfinden – sie werden auch Teil des Prozesses statt einer zusätzlichen Aufgabe nach Abschluss des Ablaufs.
Ein Muster für eine Qualitätscheckliste
Unten finden Sie eine einfache Struktur für ein bearbeitetes oder montiertes Teil. Passen Sie die Punkte an Ihr Produkt und Ihre Zeichnung an. Jeder Punkt sollte sich mit Ja/Nein oder einem Messwert beantworten lassen. „Teilequalität prüfen“ ist kein Checklistenpunkt.
Erstteilprüfung (nach dem Einrichten oder Rüsten)
- Richtige Zeichnung und richtiger Revisionsstand am Arbeitsplatz
- Material oder Charge stimmt mit dem Fertigungsauftrag überein
- Kritische Maße gemessen und gegen ihre Toleranzen dokumentiert
- Sichtprüfung von Oberfläche, Graten und Kennzeichnung gegen das Referenzmuster
- Erstteil vom Einrichter und von der Qualität freigegeben, bevor die Serienfertigung startet
Zwischenprüfungen (in festem Intervall, z. B. stündlich oder nach einer festgelegten Stückzahl)
- Kritische Maße erneut gemessen und dokumentiert
- Sichtprüfung gegen ein Foto eines i.O.-Teils und ein Foto des typischen Fehlers
- Etiketten oder Kennzeichnungen vorhanden und lesbar
- Wenn etwas außerhalb der Toleranz liegt: stoppen, die Teile seit der letzten i.O.-Prüfung aussortieren, den Teamleiter informieren
Endprüfungen am Linienende
- Funktionsprüfung, falls zutreffend
- Menge stimmt mit dem Fertigungsauftrag überein
- Verpackung, Etiketten und Barcodes korrekt
- Fehlerhafte Teile gekennzeichnet und in den Sperrbereich gebracht
- Checkliste unterschrieben und bei den Chargenunterlagen abgelegt
Prüfungen mit Messmitteln
Wenn für eine Prüfung ein Messschieber, eine Bügelmessschraube, eine Lehre oder eine Waage nötig ist, hängt das Ergebnis ebenso vom Messmittel ab wie vom Werker. Drei Dinge helfen. Machen Sie den Kalibrierstatus sichtbar: ein Etikett mit dem nächsten Kalibrierdatum am Messmittel und ein Checklistenpunkt, bei dem der Werker vor dem Messen bestätigt, dass die Kalibrierung gültig ist. Zeigen Sie die Methode: wie das Messmittel genullt wird, wo am Teil gemessen wird und wie viele Messungen nötig sind, idealerweise in einem kurzen Video, denn zwei Personen, die dasselbe Teil unterschiedlich messen, kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Dokumentieren Sie den tatsächlichen Wert, nicht nur i.O./n.i.O., damit Trends sichtbar werden, bevor Teile aus der Toleranz laufen. Ergänzen Sie einen letzten Schritt dazu, wie das Messmittel gereinigt und aufbewahrt wird, damit die nächste Person es einsatzbereit vorfindet.
Fazit
Qualität zu managen ist ein bisschen wie das Training einer Profimannschaft. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, immer wieder dasselbe zu wiederholen, damit die Grundlagen sitzen. In der Fertigung sorgen Qualitätschecklisten dafür, dass diese Grundlagen wiederholt werden: dieselben Prüfungen, an denselben Stellen im Prozess, nach denselben Kriterien, in jeder Schicht. Halten Sie sie kurz und konkret, und platzieren Sie sie bei dem Schritt, an dem der Fehler entstehen kann. Dokumentieren Sie die Ergebnisse, damit Sie Muster erkennen, statt nur einzelne Teile als gut oder schlecht zu bewerten. Digitale Checklisten machen außerdem das Abtippen überflüssig: Ergebnisse werden einmal am Arbeitsplatz erfasst, und die Qualität sieht sie sofort.
Wo REWO ins Spiel kommt
In REWO ist eine Qualitätscheckliste ein Formular in REWO Forms. Es kann in einer Arbeitsanweisung genau bei dem Schritt stehen, zu dem die Prüfung gehört, Fotos von richtigen und falschen Teilen enthalten und jedes Ergebnis mit Name und Zeitpunkt erfassen. Analytics zeigt, welche Version der Anweisung jeder Werker bestätigt hat. Das hilft, wenn ein Auditor danach fragt.
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